Ein Plädoyer an die Absichtslosigkeit des Yoga der Berührung

Reflektionen bezugnehmend auf Zen und Wandern im Lesachtal (Maria Luggau)

Im Hinblick auf simple Achtsamkeits-Übungen kann man dem näher rücken – doch wie geht das?

Was versteckt sich hinter der Absichtslosigkeit, wie erreichen wir diese?

Diese Klarheit kommt, so wie der Nebel aufsteigt und die Sicht vollständig freigibt im richtigen Moment- losgelöst vom Willen, seiner sich selbst reflektierend Natur gegenüber scheinbar ganz natürlich.

Wie wichtig ist sie und wozu?

Ich versuche dem nachzugehen über eine gerade jetzt gemachte Erfahrung mit ZEN und wandern. Man gehe wandern in einer Gruppe und übe, zB. still zu sein für mehrere Tage, still zu sitzen und innerlich zu tanzen, den Raum um sich herum zu spüren und sich von Freude erfüllen zu lassen. Das geht – allein- gut.  Doch dann wandern in der Gruppe, mit 29 Menschen sein. Achtsam. Versteht sich.

Schritt für Schritt, mit Geduld, Ziel orientiert und selbst wenn man glaubt es geht nicht, den Weg gehen zu können ihn zu gehen. „Langsam Schnecke auf den Fuji“, genau diese Langsamkeit üben wir im Tandava genau in dieser Langsamkeit geben wir das Yoga der Berührung. Wir bleiben im Moment.

Gerade beim wandern ist man gefordert jeden Moment präsent zu sein, ein falscher Schritt könnte fatale Folgen haben. Angehalten  dieser Praxis zu folgen, erreichten wir immer alle das Ziel, obwohl unsere Gruppe nicht homogen war, weder altersbezogen noch konditionell. Zu hören , darauf einzugehen was im Moment angesagt war, galt es zu erkennen – die eigenen Ideen, Vorstellungen komplett hintenan zu stellen. Im Energiefluss der Gruppe zog es alle hinauf  jeden Tag wieder, 5 Tage in Folge (Samalm (1992m), Bösring 2304m, Leitner Böden und Dorfberg (2115m), Obstansersee (2304m), Schwalbenkofel (2159m).

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Obstansersee

Alles was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen, lassen wir durch uns hindurchfliessen, ohne es zu werten. Schönes , Trauriges, Stürmisches, Erschöpftes, Wollendes.

Der physische Körper kommt an Grenzen , das Verbindene, das  was bleibt, ist der Atem. Es strömt ein und aus, das nach Möglichkeit tief. Du spürst den Atem zuerst im unteren Bauch dann einströmend bis hinauf zu den Schlüsselbeinen. Du folgst dem Rhythmus der Gruppe, die eines ist. Der Atem führt uns, dem gegenüber können wir uns vollständig anvertrauen.

Der Atem unterstützt die Absichtslosigkeit während des YdB, er verbindet beide Körper immer wieder miteinander und darauf vertrauend gibt es „nicht viel“ zu tun.  Bleibst du  als Gebender in diesem Modus, kann der Empfangende freier sein und zB. aufkommende Emotionen erzeugen auf keiner Seite eine Irritation, du bleibst im Langsamen Modus  der Bewegung durch den Raum am Körper. Sanft entspannt mit Leichtigkeit. Vergiss das Wollen. Bleibe Präsent.

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Das Wandern im Schweigen macht es möglich ganz bei sich zu sein, kein Austausch keine Bewertung keine Ablenkung. Eins sein mit dir mit dem Raum um dich, in dir. Genau den gleichen Effekt hast beim YdB; du bleibst in der Non- Verbalität. Jede Ablenkung wird heraus genommen. Jede Absicht erlischt und jeder Moment wird zur spontanen frischen Neuentdeckung, wenn du es dir erlaubst. Das Feld ist viel größer als du glaubst oder vermutest. Behälst du den Modus der Absichtslosigkeit während der Praxis bei, kann es zu überraschend feinen und tiefen Momenten kommen und weniger ergreifende Momente werden wertungslos wahrgenommen und nicht versucht zu ergründen. Lass es fliessen. Löse das Wollen auf, es wird dein gesamtes Leben ändern.

Gehe weiter auch da, Schritt für Schritt. Bleibe im Herzen konzentriert, das Herz was weder Form, Farbe oder Größe hat.

„Durch gewissenhafte Wiederholung wird das innere Licht strahlend glänzen!“  C.S.

„Es gibt eine Macht im Innern, die mehr weiss,

als all unsere Erkenntnisse, wir sind größer als unsere Gedanken, und manchmal enthüllt die Erde hier jene Schau,

zu, zu lieben sind Zeichen unendlicher Dinge,

Liebe ist eine Glorie aus den Sphären der Ewigkeit.“

Sri Aurobindo  Savitri 5.Buch 2. Kapitel Satayasan

Dank an Daniel Odier, Chan Meister und Lehrer des Shivaitisch- Kaschmirischen Tantras

Dank an Christoph Singer  Zenlehrer und Seminarleiter im Lesachtal

 

Hinweis: nächster Praxis-Übungsabend Tandava und Massage  8.9.19  18-ca.23Uhr in Altenberg/Greifenstein

 

 

 

 

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